Warum Freiheit auf meinen Plakaten steht
von Christoph Pein, Kandidat für Stadtrat, Kreistag und als Landrat
Ein Slogan muss auf drei Meter Entfernung funktionieren, und komplexe Gedanken auf ein Plakat zu bringen, ist eine der schwierigsten Übungen im Wahlkampf. Umso mehr freue ich mich, wenn Bürger mir dazu ein konstruktives Feedback geben und wir ins Gespräch kommen.
In den vergangenen Wochen wurde mir mehrfach die Frage gestellt, was ich mit "Einigkeit beim Recht auf Freiheit" eigentlich meine. Deshalb hier eine ausführlichere Antwort:
Wir leben in einem freien Land
Zunächst das Wichtigste: Wir leben selbstverständlich nicht in einem Unterdrückungsstaat. Deutschland ist ein freies Land, ein Rechtsstaat, und angesichts der Weltlage ist das ein Standortvorteil, den wir viel zu selten benennen. Gerade deshalb muss die Freiheit verteidigt werden.
Der Trend macht mir Sorgen
Allerdings macht mir der Trend Sorgen, und deshalb ist "Freiheit" als zentraler Wert in meiner Außendarstellung auch hervorgehoben. Immer mehr Menschen fühlen sich in ihrer freien Meinungsäußerung eingeschränkt und tatsächlich ist Deutschland in der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen abgerutscht. Auch in anderen Bestenlisten, die die wirtschaftliche Freiheit messen, geht es bergab - nicht nur im Vergleich zu anderen Ländern, sondern absolut.
Das sind keine Katastrophen-Werte, aber es sind Warnsignale. Denn Freiheit ist nichts, was man einmal hat und dann behält. Sie muss verteidigt werden, auch in einer Demokratie, und ich möchte an dieser Verteidigung mitarbeiten.
Chatkontrolle, Vorratsdatenspeicherung und Co.
Zudem werden weitere Freiheitseinschränkungen wie die Chatkontrolle und die Vorratsdatenspeicherung politisch vorangetrieben. Der Staat traut seinen Bürgern immer weniger und sammelt stattdessen immer mehr Daten. Für eine liberale Demokratie ist das der falsche Weg.
Freiheit hört beim Geldbeutel nicht auf
Am deutlichsten wird der Freiheitsverlust für mich aber an einer anderen Stelle: bei der Steuer- und Abgabenlast für Menschen, die morgens aufstehen und arbeiten gehen. Nehmen wir einen alleinstehenden Facharbeiter mit einem durchschnittlichen Bruttolohn. Nach der aktuellen OECD-Studie "Taxing Wages 2026" liegt sein gesamter Abgabenkeil, also Einkommensteuer plus Sozialbeiträge inklusive Arbeitgeberanteil, bei 49,3 Prozent. Nur Belgien liegt in der OECD höher.
Wenn von jedem Euro, den ein Betrieb für einen Facharbeiter aufwendet, am Ende weniger als die Hälfte in dessen Geldbeutel landet, dann ist das aus meiner Sicht eine Frage der Freiheit. Freiheit heißt nicht nur, sagen zu dürfen, was man denkt. Sie heißt auch, über das, was man erarbeitet hat, in vernünftigem Umfang selbst entscheiden zu können. Ob man spart, investiert, den Kindern etwas ermöglicht oder einfach mal in den Urlaub fährt.
Im Gespräch bleiben
Deshalb steht Freiheit bei mir auf dem Plakat. Nicht als Verzerrung des Deutschlandliedes, sondern als ganz praktische Aufgabe: dass möglichst viel von dem, was Menschen hier erwirtschaften, auch bei ihnen ankommt, und dass der Staat sich auf seine Kernaufgaben konzentriert, statt in immer mehr Lebensbereiche hineinzuregieren. Als moralisch geboten und Grundlage unseres Wohlstands.
Bei weiteren Fragen oder Anregungen stehe ich jederzeit gerne zur Verfügung und freue mich auf den direkten Austausch!
Christoph Pein